Montag, 24. Oktober 2016

Last-Minute Bolero

Hallo,

na, kennt ihr mich noch? Franziska heiße ich, kurz F2 und ich hab hier schonmal was geschrieben. Ab und zu... Und dann kamen plötzlich die Hochzeitsvorbereitungen, der PC ging kaputt und ich wurde krank. Aber jetzt bin ich wieder da!!! Hurra! Ich hoffe ich bin hier nicht die Einzige, die sich freut...

So, genug des Geplänkels, ihr fragt Euch bestimmt, was ich so alles gemacht habe in den letzten Wochen.

Naja hauptsächlich: Geheiratet! Ich bin nämlich jetzt die Frau Hansen!

Die standesamtliche Hochzeit haben wir ganz klein gehalten. Das Las Vegas Paket, wie unser Standesbeamter so schön gesagt hat, nämlich nur wir, Pieps, und unsere Trauzeugen samt Familie. Beim Best Man von Ole ist dann sogar die Familie krankheitsbedingt ausgefallen- wir waren also zu siebt. Der liebe Mann von F1 (meine Trauzeugin) hat zum Glück Fotos gemacht, so dass ich Euch ein bisschen was zeigen kann. Mehr dazu am Donnerstag, insofern meine Franzi die Bilder absegnet Macht sie aber bestimmt, sie sieht nämlich richtig hübsch darauf aus. Hübscher als die Braut, die blöde Kuh ;)

Aber Pieps musste ja auch eingekleidet werden! Das hübsche Kleidchen hatte sie ja schon zu Weihnachten von ihrer Patentante bekommen. Aber irgendwie wars dann doch recht kühl, weshalb ich am Tag vor der Hochzeit (ja, früh, oder?) dachte: Hm, das Kind braucht nen Bolero!



Todesmutig habe ich mir KEINEN Schnitt gekauft, sondern einen bestehenden abgeändert. Das Original war der Babyanzug Anton von Klimperklein- der denkbar blödeste Grundschnitt um daraus einen Bolero zu machen, hat er doch einen Kreuzausschnitt und wird an den Seiten weiter. Aber im Grunde brauchte ich nur den Armausschnitt und die passenden Ärmel und ich hatte den Schnitt schon in der passenden Größe hier liegen. Das Abändern war easy:

- Zuerst habe ich aus dem Kreuzausschnitt einen "normalen" gemacht indem ich die überlappenden Teile weggeklappt habe.
- dann habe ich die Seiten begradigt.
-Als nächstes habe ich ihn deutlich gekürzt und natürlich die Beine weggelassen.
-Nun musste ich nurnoch die Ärmel verlängern (ich hatte die Bündchenversion zugeschnitten) und das Vorderteil vorne einen cm breiter machen und abrunden.


Das wars schon. Überall habe ich eine Nahtzugabe hinzugefügt. Ich wollte den Bolero gerne zum Wenden machen, also habe ich alle Teile aus zwei Stoffen zugeschnitten. Achja, die Stoffe...

Da muss ich sagen, ich hatte wahnsinniges Glück. Die liebe Daria von Monkeys&Pumpkins hat mir nämlich in mein letztes Stoffpaket einen dunkelblauen "Crinkle" Stoff dazugelegt, den ich mal testen durfte (er kommt nämlich vielleicht in den Shop!). Zuerst hatte ich keine Idee, was ich daraus machen soll und ehrlich gesagt auch ganz schön Bammel, denn so wie er sich anfühlte musste er höllisch schlecht zu vernähen sein- dachte ich. Gewaschen hatte ich ihn schon (und im Trockner getrocknet- schließlich sollte ich ihn ja testen), was er super überstanden hat, samt Fältchen. Und nunja die Farbe passte einfach perfekt zu BEIDEN Kleidern (bei der kirchlichen Hochzeit trug Pieps ein anderes- mehr dazu später) und der Stoff hat sowas chices, festliches, also habe ich mich getraut. Beim Zuschneiden war ich froh, eine scharfe Klinge am Rollschneider zu haben, denn mit einer stumpfen hätten sich evtl die Falten auseinandergezogen was natürlich fatal gewesen wäre. Aber so ging dieser Schritt überraschend einfach. Und dann kam das Nähen...


Und es ging sowas von easy! Ich konnte und kann es noch immer nicht fassen. Der Stoff flutschte nicht und die Falten blieben, wo und wie sie waren. Ich habe also sowohl aus dem Crinklestoff als auch aus dem Konfettijersey einen Bolero genäht und diese dann rechts auf rechts ineinandergesteckt. Und beim Zusammennähen wäre ich fast vom Stuhl geplumpst, denn auch das ging ohne Probleme. Dabei habe ich sonst fast immer Probleme, Stoffe mit unterschiedlicher Dehnbarkeit zu vernähen. Aber nix war! 
Durch eine Wendeöffnung musste ich nurnoch die Ärmel schließen und tada, fertig!

Vorne habe ich zum Schließen jeweils auf die innenliegenden Seiten einen Druckknopf aufgenäht. So ist er von außen nicht sichtbar und der Bolero ist einwandfrei wendbar.










Mini-Abzüge in der B-Note gebe ich dem Bolero, da sich die innenliegende Seite immer etwas nach außen dreht (egal, welche Seite nun innen ist). Aber absteppen hätte den tollen Crinklelook irgendwie zerstört und bügeln hab ich mich erst recht nicht getraut. Tatsächlich mag ich es sogar, das man das Futter immer etwas sieht, aber geplant war es nicht, deshalb die kleine Selbstkritik.


Allerdings bleibts bei diesem winzigen Anflug von Bescheidenheit, denn ich finde den Bolero richtig toll! Er sitzt großartig, ist chic ohne kitschig zu wirken, darf dreckig werden und passt durch die Wendemöglichkeit zu so einigen Outfits. Und ich hab den Schnitt quasi selbstgemacht, was für mich nach wie vor ein riesen Ding ist! Also jep, ich bin stolz!

Die Eckdaten:
Bolero- eigener Schnitt, abgewandelt vom Babyanzug Anton von Klimperklein
Stoff außen: Crincklejersey (noch nicht erhältlich, ich durfte ihn testen)
Kleid: Tom Tailor, Geschenk von der Tante

So und nun mal eine kleine Liste, was Euch alles in nächster Zeit erwartet, liegt es doch vernäht (und manchmal sogar schon fotografiert hier herum):
Ein Igelpulli, viele Leggings, Mein Kampf mit den Leggings, Kuschelpullis für alle, Fuchshosen, Romper, ein Fuchsshirt, Piepsies Kleid zur Hochzeit, MEIN Hochzeitskleid (nicht selbstgenäht, aber ich muss es Euch einfach zeigen) und Kuschelhosen fürs Kind. Oh und ihre neue Fuchsjacke. Und einen tollen Plott vom Oberschätzchen. Und da ich, bis ich das alles gezeigt habe bestimmt schon wieder an der Nähmaschine saß, werdet ihr mich so schnell nicht mehr los. Gewöhnt Euch also so langsam wieder an mich ;)

Eure F2

Verlinkt bei den Montagsfreuden 

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